Die Wallfahrt nach Cotoca

 


Ein Kopie der Jungfrau.
Das Original, dass in der Prozession mitgetragen wird, konnte ich leider nicht fotografieren, da es hinter Glas ausgestellt war.

Das Heiligtum von Cotoca wird derzeit von den Dominikanern behütet. Die Pfarrei des Ortes, die den Namen der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau trägt, beinhaltet auch zahllose ländliche Gemeinden.
Das Fest von Cotoca, das tausende Gläubige speziell aus den tropischen östlichen Teilen von Bolivien anzieht, wird zusammen mit dem Fest der unbefleckten Empfängnis Maria am 7. und 8. Dezember begangen:

 

Foto aus El Deber vom 08.12.03

Am 7. Dezember findet eine nächtliche Prozession mit einigen tausend Teilnehmern von der Kathedrale von Santa Cruz aus nach Cotoca (ca. 18 km) statt. Dazu wird die Fernstrasse vom 4. Ring in Sta. Cruz bis Cotoca ab Sonnenuntergang für die ganze Nacht über gesperrt!

Die Wertigkeit dieses jährlichen Ereignisses kann man vielleicht daran ersehen, dass selbst der Staatspräsident seine Aufwartung macht.

Anschließend finden in der Kirche und auf dem Vorplatz bis in den Morgen Messen statt. Für diejenigen die den Trubel nicht mögen, gibt es die ganze Veranstalltung (nur den Teil innerhalb Cotocas) die komplette Woche nochmals in kleinerem Rahmen. Bis einschliesslich des Montags nach dem darauffolgenden Wochenende gehen diese, dann selbstorganisierten Wallfahrten von Sta. Cruz nach Cotoca weiter. Im Zweistundenrhytmus finden Messen in der Kirche von Cotoca statt.

Auf der ganzen Strecke von Sta. Cruz bis Cotoca haben ganze Heerscharen fliegender Händler ihre Stände aufgebaut und Cotoca gleicht einer belagerten Stadt, das ganze Zentrum ist ein einziger riesiger Marktplatz.

Das daruffolgende Wochenende stellt nochmals einen, wenn auch kleineren Höhepunkt dar. Das Aufkommen an Wallfahrern ist nochmals ganz erheblich, erreicht aber nicht mehr die Zahlen der eigentlichen Prozession.

In einer besonderen Halle können die Gläubigen an langen Tischen ihre Kerzen anzünden und dabei ihre Bitten um Unterstützung an die Jungfrau Maria vorbringen.

In der ganzen Zeit sind Taxis, Micros -verstärkt um viele Zusatzbusse-, Pikups und LKW mit Campingstühlen bestückt, im Dauerstress. Sie transportieren die Leute von und nach Cotoca und nehmen unterwegs diejenigen auf, die sich beim Marsch übernommen haben. Sei es, weil sie sich einfach überschätzt haben oder weil sie zuviele Stände mit alkoholischen Getränken besucht haben.
 

 

 

 

 

 

Stand: 16.12.2003