Öffentliche Verkehrsmittel

 
 



Alle Beschreibungen beziehen sich auf die Stadt Santa Cruz, sind aber mit kleinen Abweichungen für alle anderen Städte auch gültig.

  • Moto-Taxi
  • Taxi
  • Trufi
  • Linientaxi
  • Micro
  • Flota
  • Zug
  • Flugzeug

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    Eine neue Regelung besagt, dass Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs mit grünen Streifen, bzw. Flächen deutlich zu kennzeichnen sind. Mache halten sich sogar daran.


    Moto-Taxi (Motorrad-Taxi)

    Die habe ich in Santa Cruz noch nicht gesehen, dafür aber vor allem in den kleineren Städten, aber auch in Trinidad gibt es Unmengen davon. Wenn die Wirtschaftskrise weiter andauert, werden auch in Santa Cruz welche auftauchen.
    Mototaxis sind meist schwere Mopeds oder leichte Motorräder (125 ccm), vereinzelt auch Motorroller. Am Lenker oder auf dem vorderen Schutzblech tragen sie ein Schild "Taxi". In Trinidad verlangen die Fahrer 2 Bs innerhalb der Stadt.
    Neben dem Fahrer ist noch Platz für 2 Passagiere und einige Tüten. So ein Moto-Taxi ist ein schnelles und billiges Beförderungsmittel innerhalb der Stadt oder auch zu den Vororten.
    Langstreckenfahrten möchte ich mit so einem Gerät nicht versuchen, aber die Fahrer machen das sicher.
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

     
     

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    Taxi


    Die Fahrpreise werden ausgehandelt. Dabei kann es schon mal passieren, dass der Fahrer statt Boliviano (Boli) Dollar sagt. Wenn man das akzeptiert, wird die Fahrt halt "etwas" teurer.

    Taxifahrer wird man, indem man sich einen Führerschein und ein Auto kauft. Montiert man dann noch ein grünes Licht hinter die Windschutzscheibe, ist das Taxi fertig. Wenn man Glück hat, kennt der Fahrer zufälligerweise auch das gewünschte Ziel. Aber darauf sollte man sich besser nicht verlassen!
    Ein Taxi ist meist ein Toyota Corolla, bei dem die Lenkung von rechts nach links versetzt wurde. Das Armaturenbrett wurde dabei aber nicht mit umgebaut. So ein Taxi hat dann min. 300 000 km auf dem Tacho ...

    Ein Taxifahrer hat kein Wechselgeld! Die Wahrscheinlichkeit, dass einer einen 50er wechseln kann ist gleich null, beim 20er und beim 10er steigen die Chancen erheblich, es kann aber durchaus sein, dass der Fahrer bei einem Fahrpreis von 8 Bs keinen 10er wechseln kann.
    Das Taxi ist hier in Santa Cruz das Transportmittel schlechthin. Neben Personen werden auch die eingekauften Waren transportiert, die Tüten vom Markt, der Fernseher aus der Reparatur, der Baustahl vom Baumarkt, der Handwerker mit seinem Werkzeug, eben alles was in irgendeiner Weise mit einem PKW transportierbar ist. Taxifahrer sind in dieser Beziehung sehr einfallsreich. Selbst ein kompletter Umzug ist mit einem Taxi kein unlösbares Problem. Es gibt ja Kofferraum, Dachgepäckträger, Sitze und unter dem Auto ist auch noch Platz!

    Möchte man grössere Strecken (ab etwa 20 km)  mit dem Taxi fahren, verlangt der Fahrer oft einen Vorschuss, nicht weil er dem Fahrgast nicht vertraut, sondern weil er erst mal Geld zum Tanken braucht.
     
     

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    Trufi

    Beim Trufi handelt es sich eigentlich um eine Kreuzung zwischen Taxi und Stadtbus. Das entsprechend gekennzeichnete Fahrzeug fährt auf einer bestimmten Linie. Es werden die selben Fahrzeuge wie beim Taxi verwendet. Es ist schneller als der Micro, aber langsamer als das Taxi. Der Preis entspricht etwa dem des Micro. In so ein Trufi passen normalerweise ausser dem Fahrer noch 6 Leute, einige Koffer oder Kisten, 3 Gänse, 5 Hühner ...
    Also nicht zu empfehlen, wenn man vernünftige Kleidung trägt...

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    Linientaxi

    Es gilt das gleiche wie beim Trufi. Der Unterschied ist, das diese Linientaxis über grosse Strecken fahren. Sie kommen dort zum Einsatz, wo sich ein Micro oder ein Bus nur zu bestimmten Zeiten rentiert. Sie sind teurer als der Bus, aber billiger als das Taxi.
    Gefahren wird ab festgelegten "Standplätzen". Abfahrt ist, wenn das Fahrzeug voll ist. Man kann auch nur auf Teilstrecken fahren, oder unterwegs zusteigen. Das Ziel ist am Fahrzeug angeschrieben.
    Ich benutze sie z.B. nach Samaipata. Ich zahle dann den Fahrpreis für 4 Personen und habe das Fahrzeug zur exklusiven Nutzung. Dann bin ich sicher vor Hühnern und Ferkeln und es ist deutlich billiger als ein reguläres Taxi, da der Kostenanteil für die Rückfahrt entfällt.
     
     

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    Micro

    Der Micro ist der klassische Linienbus. Es sind meist Mitsubishi-Busse mit 25 Sitzplätzen. Im Moment gibt es Bestrebungen seitens der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Syndikaten der Micros, diese zu modernisieren. Nach 15 bis 20 Jahren auf zum Teil unbefestigten Strassen ist ir Zustand zum Teil besorgniserregend. Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen, soll Mercedes Benz ein sehr verlockendes Angebot abgegeben haben.
    Die Micros verkehren auf festgelegten Linien im Tiefflug. Die Fahrer brauchen statt eines Führerscheines einen Waffenschein! Während mit der rechten Hand der Fahrpreis kassiert wird, wird mit der linken Hand schon mal der Bus auf die Strasse hinausgelenkt und dabei Vollgas gegeben. Wer sich nicht festhält, fällt auf die Nase. Die Fahrer werden zum Teil nach gefahrenen Runden bezahlt.

    In Santa Cruz verkehren mehr als 100 Linien kreuz und quer durch die Stadt. Viele im Ein- oder Zweiminutentakt. Sie fahren von etwa 5 Uhr morgens bis 22 Uhr. Daneben gibt es auch noch Busse die zu den umliegenden grösseren Orten fahren, so bis etwa 200 km Entfernung.

    Gehalten wird, wenn jemand am Strassenrand die Hand hebt, oder sich im Bus jemand meldet, dass er aussteigen will. Im Feierabendverkehr sind die Busse oftmals brechend voll. Geldbeutel sind dann in höchster Gefahr!
    Im Moment versucht die Stadtverwaltung von Santa Cruz, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, Bushaltestellen einzuführen. Der Erfolg ist äusserst mässig.

    Der Fahrpreis (Stand Nov 2002) beträgt auf den Stadtlinien 1,50 Bs, Schüler 0,70 Bs, Studenten 0,80 Bs, Nachttarif 2 Bs. Kinder bis 7 Jahre zahlen nichts. Zahlen muss man unmittelbar nach dem Einsteigen beim Fahrer. Fahrkarten gibt es nicht. Wer umsteigt muss im neuen Bus neu bezahlen.

    Die selben Busse fahren auch zu den Städten in der Umgebung (bis etwa 200 km), wie z.B. nach Samaipata. Die 20 km nach La Guardia kosten z. B. Bs. 3,50. Längere Strecken entsprechend mehr.  Aber im Vergleich zu Auto oder Taxi konkurenzlos billig.

    Bis zum Herbst 2000 fuhren diese Busse ohne Türen. Nachdem aber mehrere schwere Unfälle durch aus überfüllten Bussen stürzende Fahrgäste passierten, wurden Türen vorgeschrieben, die während der Fahrt geschlossen sein müssen. Zuerst hielt sich wie üblich praktisch keiner an die Regelung. Erst als die Polizei anfing, Fahrzeuge ohne Türen zu beschlagnahmen änderte sich das innerhalb weniger Tage. Den Eigentümern war klar, dass bis sie die beschlagnahmten Busse zurückerhielten, die eine oder andere Kleinigkeit abhanden gekommen war, vielleicht der Motor oder so.
    Seit Anfang Juni 2002 läuft ein Versuch mit etwa 10 Bussen, bei denen eine automatische Geschwindigkeitsbegrenzung (wie in Argentinien) auf 40 km/h eingebaut ist. Damit soll die Zahl der Unfälle weiter begrenzt werden
     

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    Flota

    Dies ist der Überlandbus. Er fährt ausschliesslich Langstrecke von und zu fast allen größeren Städten. Je nach Linie, Busunternehmen (Syndikat) und Reisendenaufkommen gibt es moderne Schlafbusse mit allem Komfort, zum Teil aber auch fahrende Rostlöcher.

    Grösseres Gepäck (z.B. Koffer) wird oft auf dem Dach transportiert, abgedeckt mit einer Plane. Wenn man dem Fahrer mit einem Geldschein gut zuredet, landet der Koffer auch im Gepäckraum.
    Die Preise sind recht günstig. Gefahren wird fast praktisch ausschliesslich über Nacht. Bis Anfang 2001 fuhren diese Busse in Santa Cruz vom Terminal der Busse ab. Nun aber wurde das neue Terminal am Bahnhof (Terminal Bimodal) in Betrieb genommen und alle Linien müssen, gemäss Anordnung der Stadtverwaltung, ab oder bis zum Terminal Bimodal fahren. Anfang August 2002 erstritt das Syndikat "21. Mai" (betreibt Linien in den Norden) vor Gericht ein eigenes Terminal an der Avenia Banzer zwischen dem zweiten und dem dritten Ring. Da das Terminal am Bahnhof von vielen wegen unzulängicher Infrastruktur bemängelt wird, könnte diese Entscheidung Signalwirkung für andere Anbieter haben, sich auch einen günstigeren Standort zu suchen. Ich gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung nach Wegen und Möglichkeiten suchen wird, "ihr" Terminal wieder allen Linien aufzuzwingen.

    Die Busse verkehren, wenn es die Strassenverhältnisse zulassen. Insbesondere in der Regenzeit oder nach starken Gewittern können Strassen unpassierbar werden. So etwas kann Tage andauern. Schlecht, wenn der Rückflug wartet.

    Falls der Fahrer einen Schwager hat, der Verkäufer ist (haben fast alle), kommt man in den Genuss einer kostenlosen Werbe- oder Verkaufsveranstalltung, Flucht ist nicht möglich.
    Die Busse halten unterwegs auf kleinen Rasthöfen, wo man problemlos Speisen und Getränke kaufen kann, Kleingeld vorausgesetzt.

    Die Preise sind sehr günstig. Für die 10 Stunden Fahrt nach Trinidad habe ich 25 Bs bezahlt, also ungefähr € 4.  Dazu kommen dann aber noch 2 oder 3 Bs Bahnsteigbenutzungsgebühr (nur) auf dem Abfahrtsterminal.
     

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    Zug

    Die Maximalgeschwindigkeit des Zuges beträgt 60 km/h, oftmals weniger. Es gibt drei Klassen im Standardzug:
     
    Pullman Luxusklasse (ziemlich heruntergekommen), keine Klimaanlage aber auch für den Europäer ausreichen Platz für die Füsse, keine Stehplätze!
    erste Klasse  enge recht überfüllte Wagen, meist nicht allzuviel Gepäck
    zweite Klasse  etwas für echte Individualisten! Ein Leben zwischen Reisenden, Gepäck, Hühnern und Enten
    Luxuswagen  an manchen Tagen verkehrt im Zug ein zusätzlicher Luxuswagen einer anderen Firma mit Klimaanlage, Video etc.

    Ferrobus

    Das ist der Luxuszug, nur 2 Wagen, Klimaanlage und einiges mehr.

     
    Klasse Preisbeispiel Sta. Cruz - Roboré einfache Fahrt, 370 km, 11 Stunden Fahrzeit. 
    In Sta. Cruz fällt eine zusätzliche Bahnsteiggebühr von 3 Bs. an. Für die Anfahrt mit Taxi oder Auto direkt an das Bahnhofsgebäude ist eine Maut von 1 Bs. fällig.
    Zweite Klasse  23 Bs
    Erste Klasse  31 Bs
    Pullman  70 Bs
    Ferrobus 2. 220 Bs
    Ferrobus 1. ??

    Die Züge sind oft total überfüllt. Fahrkarten gibt es nur für den selben Tag (außer in Santa Cruz). Also Morgens bei Schalteröffnung anstellen und insbesondere Montags darauf hoffen, dass noch ein Platz frei ist. Ansonsten fährt Morgen wieder ein Zug.

    Die Versorgung mit Speisen und Getränken am Bahnhof und im Zug erfolgt durch ganze Heerscharen von fliegenden Händlern. Die in der Regel bis zur nächsten Station mitfahren. Dann kommen neue Händler.

     

    Seit dem 27. Juni 2002 bietet die Eisenbahn auf den Strecken nach Quijarro und Yacuiba einen Superpullmanwagen an. Zum Preis von Bs. 150 fährt man nach Quijarro mit Klimaanlage, Fernsehen, Verpflegung, Zeitungen etc. In Zusammenarbeit mit der Firma Danny Blanc wird auf den selben Routen ein Speisewagen angeboten.

    In den nächsten Monaten sollen Touristenzüge angeboten werden, z.B zu den Jesuitenmissionen, nach Roboré und in den Pantanal. Näheres werde ich bei meinem nächsten Besuch Ende Jahr in Erfahrung bringen.


     
    Achtung:  Zum Erwerb einer Fahrkarte muß der Reisepass vorgelegt werden. 
    Pro Person werden nur 2 Fahrkarten abgegeben. Name und Nummer des Ausweispapieres werden in die Fahrkarte eingetragen.
    In den Zügen finden des öfteren Pass- oder Gepäckkontrollen statt.

    Nachts wird das Licht nicht, oder nur bei Aufenthalt auf sehr grossen Bahnhöfen eingeschaltet. Daher Taschenlampe nicht vergessen.

    Kinder, wenn sie keinen eigenen Sitzplatz beanspruchen, kosten nichts.
     
     

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    Flugzeug

    Für den schnellen Langstreckenverkehr zwischen den grossen oder zumindest grösseren Städten gibt es verschiedene Fluglinien. Die internationalen Gesellschaften fliegen nur La Paz und Santa Cruz an. National gibt es noch die bolivianische Fluggesellschaft LAB, die TAM (nicht zu verwechseln mit der brasilianischen Mercosur, die die selbe Abkürzung benutzt), Postflieger u.ä..
    Die Preise sind meist recht hoch, dazu kommen noch Flughafensteuer (150 Bs Inland, US $ 25 (45 $ sind angedroht) international), Sicherheitsgebühr, Maut für die Straße zum Flughafen usw. Internationalen Flugverkehr gibt es in La Paz und Santa Cruz. Bolivianische Staatsbürger, egal wo sie wohnen, haben noch eine zusätzliche Steuer von glaube ich 100 Bs zu bezahlen.
     
     

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    Stand 14.05.2003