Am Fusse des Diente de Diabolo

Santuario Mariano de la Torre

 
 


Nachdem es mir und meiner Freundin am Vortag nicht gelungen war, Fahrkarten für den Abend nach Santa Cruz zu kaufen, standen wir bei Schalteröffnung am Morgen weit vorne in der Schlange. Hinter uns sprach jemand spanisch mit einem eigenartigen Akzent. Daraufhin sagte ich zu einer der hinter mir stehenden jungen Frauen auf deutsch, sie käme ihrer Aussprache nach doch sicher aus der Schweiz. Was sie bejahte. Da meine Freundin und ich nicht wussten wir die Zeit bis zum Abend todschlagen sollten, fragte ich ob die beiden Damen vielleicht eine Idee hätten. Daraufhin erklärten sie mir, sie gingen nachher noch eine besonders schöne Kirche besichtigen, von der sie in Concepción gehört hatten. Wenn wir Lust hätten, könnten wir, gegen Fahrkostenbeteiligung, mitfahren.

Nach zwei Stunden Fahrt über Naturstrassen von Roboré aus, erreicht man den kleinen Ort El Chochis. Hier gibt es einen kleinen Laden. Unser Führer hat uns bei einer Einheimischen im Garten das Mittagessen (gegen Bezahlung) besorgt. Eine Gaststätte oder ähnliches gibt es nicht. Er musste sich selbst durchfragen, welche der Frauen, die diesen Service bieten, gerade in der Lage war ein Essen für 6 Personen zuzubereiten. Die eine hatte kein Fleisch, die andere nicht genügend Geschirr...

Füher einmal war die Zufahrt bis zum Santuario Mariano de la Torre, wie die Anlage offiziell heisst, möglich. Heute kann man mit dem Taxi noch in den Ort fahren, für die restliche Strecke bis zum "Parkplatz" braucht man zwingend einen Geländewagen, oder man geht die 3 Kilometer zu Fuss. Vom Parkplatz führt ein Weg, vorbei an den Kreuzwegstationen hinauf zur eigentlichen Kirche. Dieser Weg ist nicht mehr befahrbar, auch mit dem Geländewagen nicht. 10 Jahre Erosion haben ihre Spuren hinterlassen. Zur Instandsetzung des Weges fehlt das Geld und ein kleiner Spaziergang hat noch keinem geschadet.
 
Die fünfte Station auf dem Weg nach oben.
Dies ist die letzte der Kreuzwegstationen.

 

Diese Kirche wurde 1992 eingeweiht und ist das letzte Werk von Hans Roth. Die Kirche wurde als Dank für die wenigen Opfer eines Zugunglückes gebaut, das sich in unmittelbarer Nähe ereignete:
Eine Brücke stürzte ein und riss einen Zug mit sich. Dieser stürzte nicht ins Wasser sondern auf eine kleine Insel. Desswegen überlebte ein Grossteil der Passagiere.

 

Diese klosterähnliche Anlage wurde mit Spendengeldern aus der lokalen Wirtschaft, von Überlebenden und zum überwiegenden Teil durch Spenden einer Südtiroler Pfarrei finanziert.
 
 
 
Weithin sichtbar sind das Kreuz und der Wächter auf dem anderen Berg Am Fusse von "diente del diabolo" (Teufelszahn) liegt die Kirche.
Die Kirche wurde scheinbar um einen Baum herum gebaut, dieser anschliessend geschnitzt. Der Altar ist recht klein, fügt sich aber wunderbar in das Gesamtbild ein. 
Durch diese, mehr als eine Tonne schwere, geschnitze Holztüre, kommt man zum Aussenaltar im Innenhof 
Die Ansicht aus dem Innenhof mit dem Aussenaltar
Ein Blick von oben auf die gesamte Anlage. 
Ein Blick in die andere Richtung, hinaus ins Land. Die helle Linie in der Bildmitte ist die Eisenbahnlinie.

Bitte die spärlichen Informationen zu entschuldigen. Die Aufschreibungen mit den Informationen sind leider auf der Heimreise verloren gegangen. Dank des Bauleiters von damals sind nun umfangreiche Informationen zur Kirche und deren Bau vorhanden, aber noch nicht eingearbeitet. Das wird auch noch etwas dauern.

 

Stand 03.12.2003