San Javier

 


Man fährt von Santa Cruz aus mit dem eigenen Auto oder dem Micro. Die Straße ist gut ausgebaut und bis auf die letzten 3 oder 4 km vollständig asphaltiert. Am Ortsende von Santa Cruz kommt eine Mautstelle. Dort darf man einige Boli für die Benutzung der Straße bezahlen. Etwa auf halbem Weg von Sta. Cruz nach San Javier wird der Rio Grande überquert. Dazu wird eine einspurige Eisenbahnbrücke benutzt, die mit Holzbohlen ausgelegt ist. Auf beiden Seiten sind Wärterhäuschen, die den Zugang regeln und unzählige Verkaufstände und fliegende Händler. Wenn gerade mehrere Züge kommen muß man schon mal eine Stunde auf die Benutzung der Brücke warten. Dies kommt aber nur in den frühen Abendstunden vor.

San Javier ist das älteste von Jesuiten gegründete Dorf in der Chiquitos. Es wurde 1692 gegründet. Der Ort war bis vor einigen Jahren ein verschlafenes "Kuh-Dorf", bewohnt von Bauern und Viehzüchtern. Das einzig erwähnenswerte war die Jesuiten-Kirche. Sie wurde ab 1745 von dem Schweizer Missionar Martin Schmid (1694-1772) erbaut. Es ist keiner der üblichen Barockbauten! Es ist eine riesige Halle mit offener Dachkostruktion und geschnitzten Holzsäulen. Die Wände aus Adobe (luftgetrocknete Lehmziegel) werden durch breite Laubengänge vor der Sonne und den tropischen Regengüssen geschützt. Die Kirche ist innen und außen völlig ausgemalt und durch Hans Roth (Schweizer Architekt) völlig restauriert worden. Bezahlt wurde diese Arbeit aus Kirchenkreisen der deutschsprachigen Länder.
Die Kirche befindet sich in der Liste der Weltkulturgüter der UNESCO!
Umfangreichere Informationen über diese Art Kirchen finden Sie auf der Seite zur Kathedrale von Concepción.

Das "Zentrum" des Ortes bildet die Plaza principal, der Treffpunkt in der Ortsmitte. Als erwartungsgemäß recht gutes Restaurant hat sich das der  "Asociacion de Ganaderos" (Rinderzüchterverein) erwiesen. Man ißt gut und preiswert. Es gibt ein recht neues Hotel und mehrere ältere Hotels (Herbergen) zur Übernachtung.

Einige Arbeitsplätze gibt es durch eine große Käserei im Ort. Ansonsten existiert das übliche Kleinhandwerk, sowie Acherbau und Viehzucht.
Im Außenbereich von San Javier gibt es die sogenannten Cabañas (nicht zu verwechseln mit denen in Santa Cruz). Es handelt sich hierbei um den Touristenpark "Totaitu" mit lauter Ferienhütten im kolonialen Stil. Er wird von den besseren Schichten der Bevölkerung aus Santa Cruz recht gern besucht. Das hat zu einer Aufwertung des Ortes geführt. Zu sehen ist dies an neuen Tonziegel-Häusern.

Auch eine heiße Quelle gibt es in unmittelbarer Nähe des Ortes. Der Eigentümer lehnte einen Verkauf an einen Touristikunternehmer ab, weil er den freien und ungehinderten Zugang für jedermann sicherstellen wollte. Aus einem eingezäunten Bereich tritt das Wasser mit ca. 50° C aus dem Boden und fließt einige Meter offen bis in eine kleine Mulde mit in der Zwischenzeit betonierten Rändern und von dort weiter in den nächsten Bach.
Die Einheimischen benutzen dieses Thermalbad als ganz gewöhnliche Badewanne. Das Wasser ist durch Seife und Shampoo recht trüb. Im Inneren des Beckens findet man noch die Reste der alten Holzeinfassung und am Grund  unmengen Schlamm.
Auf einem Wegweiser habe ich einen Hinweis auf eine weitere warme Quelle gesehen, die anscheinend besser ausgebaut sein soll. Ich habe dazu aber noch keine weiteren Informationen.

Der Ort hat auch einen Stausee. Dieser wird aber nicht zum Baden genutzt, da es angeblich Priañas in ihm gibt.
 
 

Stand 14.05.2000