Die Chicha-Tihuanacu Kultur


 

 

Die Mitglieder dieser Kultur lebten im Norden von Potosí (Bolivien), nach den bisherigen Funden am Ufer eines bedeutenden Flusses des Kantons Quetena in der Provinz Süd-Lipez. Erste, der Chicha-Tihuanacu-Kultur zugeordnete Funde stammen aus dem Jahr 1993.
Es handelt sich hier um eine Chicheña Kultur (Epoche von 1500 - 800 vor Christus) mit Einfüssen der Tiwanaku.
Das Alter der Funde wurde in Europa und den USA anhand von Keramik- und Gewebeproben mit dem Karbon-14 Test übereinstimmend auf etwa 2800 Jahre bestimmt.

Im Umkreis von 5 km um die Fundstelle wurden Reste von Tempeln, Vorratsspeichern und anderen Gebäuden gefunden. Die Archäologen sind sich darüber einig, dass es sich hierbei um eine sehr hoch entwickelte Kultur handelte.

Die hauptsächlichen Fundgegenstände sind aus schwarz-grünem Andesit/Estiatit, einem vulkanischen Stein hergestellt. Es handelt sich im Wesentlichen um musikalische Instrumente wie (Pan-)Flöten, Zampoñas, Ocarinas, Quenas und andere.
Ein anderer auffälliger Fundgegenstand sind die teilweise mit Türkisen oder Lapislazuli  besetzte zeremonielle Masken und Bestattungsmasken, die in 6 von 10 Gräbern gefunden wurden. In die Masken sind Figuren wie der Condor, der Puma, menschliche Figuren und anderes geschnitzt.
Auch Figuren und Gegenstände mit extremer Phallusbetonung wurden gefunden. Bisher nicht aufgetaucht sind reine "Arbeitsgeräte" des täglichen Lebens.

Die grössten bisher von Archäologen gefundenen Stücke sind zwei Figuren von 75 cm Höhe, weitere gibt es in Privatsammlungen in Europa. Außerdem gibt es noch bemerkenswerte Masken bei privaten Sammlern in Bolivien und Europa.

Die Entdeckung dieser Kultur wird dem verstorbenen Anthropologen und Historiker Hugo Boero Rojo zugeschrieben. Leider fehlen die wissenschaftlichen Beschreibungen  und Protokolle der Ausgrabung.
 
 

Stand: 18.11.2001